Der Koffer der 
    Adele Kurzweil
 
Bio
 
 
 

Inhalt

Zwei Mädchen. Zwei Jungen. Ein Schicksal aus den dunklen Jahren von Graz.

Eine Kriminalgeschichte um das bewegende Leben der Jüdin Adele Kurzweil.

Die fünfzehnjährige Mara aus Graz ist alles andere als begeistert. Sie muss mit ihren Eltern in ein Kaff im Süden Frankreichs fahren, wo diese ein altes Haus kaufen möchten. Nicht mal Meer ist da! Ihre schlechte Laune ändert sich erst als sie in dem halb zerfallenen Haus ein vergilbtes Tagebuch findet: 1942 erzählt darin André über seine Liebe zu Adele, einem jüdischen Mädchen, das ebenfalls aus Graz mit ihren Eltern hierher gekommen war, aber nicht freiwillig, sondern geflohen vor den Nazis. 
Mara weiht den Sohn des Hausverkäufers in ihr Tagebuch-Geheimnis ein. Und gemeinsam tauchen sie ein in Adeles Leben und in ein ungeklärtes Verbrechen aus dem Jahr 1942, das schließlich Adele Kurzweil ins KZ Auschwitz führte, wo sie ermordet wurde. Je mehr die beiden über das Tagebuch und Adeles Leben erfahren, desto tiefer geraten sie in einen Thriller, denn es ist noch jemand hinter dem Tagebuch her.

Der Kriminalroman basiert auf der wahren Geschichte der Adele Kurzweil.

 

Die Fakten

Der 985 Einwohner zählende Ort Auvillar an der Garonne, in dem Adele Kurzweil während des zweiten Weltkriegs mit ihren Eltern wohnte, ist eines der schönsten Städtchen Frankreichs. Es liegt auf einem Bergsporn und in den historischen Fachwerkhäusern leben heute neben Franzosen vor allem Deutsche, Niederländer und Engländer. Die Familie Kurzweil war 1938 von Graz - die österreichische Stadt gehörte damals zum Deutschen Reich - über Paris 1940 in den Südwesten von Frankreich geflohen, da die Deutschen diesen Teil des Landes (Vichy) nicht besetzt hatten. Adeles Vater Bruno glaubte - wie viele Juden - dort sicher vor der Verfolgung durch die Nazis zu sein. Die Kurzweils wohnten direkt an der heutigen Hauptstraße gegenüber des Glockenturms. Von dort ist es auch heute nur einen Katzensprung zum Dorfzentrum mit der Markthalle. Oft hat Adele wohl auf der schulterhohen Mauer am Rand des Städtchens gehockt, von dem aus man von Auvillar aus hinunter zur Garonne blicken kann. Das Mädchen besuchte damals das Lycée Michelet in Montauban - 67 Kilometer von Auvillar entfernt. Vermutlich hat sie von einer Reise nach Amerika geträumt. Ihr Vater hat sich damals jedenfalls mehrmals um Schiffspassage und Visa bemüht, bis die Familie 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde.






















Lesung



Die Jugendlichen erhalten neben der Lesung einen Einblick in die Textproduktion. Dabei geht es nicht nur um die Struktur der Handlung sondern auch um die Recherche vor Ort. Wie setzt ein Autor eine Geschichte um?


Zielgruppe



7. Klasse - Erwachsene


Dauer



60-90 Minuten










 


1.







                                     2.





 
1. Markthalle  2. Mäuerchen   3. Glockenturm 





   2. 



                                            3.
 1. Adele Kurzweil 
 2. + 3. Familie Kurzweil 
 (Bruno  Kurzweil,
 Gisela Kurzweil,
 Adele Kurzweil )
Geburtsort: Graz
Geburtstag: 31.1.1925
Gestalt: klein
Gesicht: oval
Farbe der Augen: graugrün
Farbe des Haares: braun

Die Recherche

Ich hätte die Welt der Adele nie entdeckt und den Roman nie geschrieben, wenn der Tübinger Universitätsdozent Gerhard Schneider mich nicht 2004 auf die Idee gebracht hätte. Er erzählte mir, dass auf dem Speicher des alten Rathauses von Auvillar 1990 mehrere Koffer gefunden worden seien, die einer jüdischen Familie gehört haben. Fast fünfzig Jahre hatte das Gepäck dort unentdeckt gelegen - keiner der Bewohner von Auvillar ahnte den historischen Schatz. Die Kurzweils hatten kurz vor ihrer Deportation all ihre Habseligkeiten in die Koffer verstaut - jede Kleinigkeit war von ihnen sorgsam in Papier oder Tüten gewickelt worden. Doch statt in die USA  auswandern zu dürfen, wurden sie im Jahr 1942 verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Selbst Parfum, Schuhe und Handleuchte fanden sich in ihrem Gepäck, dass die Häscher der Nazis nicht mehr stehlen konnten, sondern vermutlich von der Postdirektorin in Sicherheit gebracht worden war. Gerhard Schneider drückte mir 2004 noch eine Dokumentation mit dem Titel: „Die Koffer der Adele Kurzweil - Auf den Spuren einer Grazer jüdischen Familie in der Emigration“ in die Hand und sagte: „Lies. Das Schicksal wird dich interessieren.“

Und so war es: 2007 bin ich nach Auvillar gefahren und durfte bei Gerhard und seiner Frau Marie José wohnen. Sie vermittelten mir nicht nur den Kontakt zu dem ehemaligen Bürgermeister des Ortes, sondern Marie José kannte auch noch die wohl einzige Freundin von Adele in Auvillar. Ihre Informationen über den täglichen Umgang mit dem Mädchen waren äußerst wichtig für mich, um ein Bild von der „privaten“ Adele zu erhalten. Später ging es nach Montauban, wo der französische Historiker Pascal Caïla den Nachlass der Familie Kurzweil aufarbeitet. Bei ihm konnte ich ein Video von der Öffnung der Koffer sehen und auch die Koffer selbst. Es war mir unsympathische, in den Habseligkeiten einer Familie zu stöbern, die in Auschwitz ermordet worden war. Ähnlich wie Mara im Roman fand ich jedoch mit Marie Josés und Gerhards Hilfe mehr und mehr Fakten und Eindrücke zu Adele Kurzweil - und wir stiegen immer tiefer in die Vergangenheit der Familie hinab. Dabei stieß ich zufällig auf ein Papier, das mich zu der Akte Isaak inspirierte. Gab es damals Menschen, die sich am Schicksal der geflüchteten Juden bereichert haben? Ich wurde neugierig und diese Neugierde ist bis heute nicht gestillt ...

ISBN: 978-3-7941-8089-9

Preis: 13,90   Verlag: Clio


Das sagen die Kritiker zum Roman:

»Locker und schwungvoll [...]. Eine zutiefst berührende Geschichte mit viel authentischem Hintergrund.«
Kleine Zeitung (Österreich)

Die Kleine Zeitung schreibt zu dem Roman: Eine zutiefst berührende Geschichte mit viel authentischem Hintergrund.

»Ein außergewöhnlicher Roman, Zeitgeschichte, Liebesgeschichte und Krimi in einem.«
Saarbrücker Zeitung

»Mit seiner „Adele“ ist es ihm (dem Autor) gelungen, das schwierige Thema Vergangenheitsbewältigung in unsere Zeit zu retten – spannend wie ein Krimi, kribbelig wie ein Liebesroman und das alles vor dem historischen Hintergrund von Exil und Deportation.«
Kölnische Rundschau

»Das Buch [besticht] durch die geschickte Verknüpfung aus erfundener Ferien-, Liebes- und Kriminalgeschichte mit den realen Fakten über das Leben Adeles. Dabei findet Theisen starke und eindringliche Sprachbilder.«
Augsburger Allgemeine

Heute: Am 25. Januar 2018 wird im „Haus für Geschichte“ im Landesmuseum Joanneum die Ausstellung „Bertl & Adele“ eröffnet. Auch hat die Stadt Graz zum Gedenken an Adele Kurzweil und ihre Familie Stolpersteine legen lassen.

Mehr zum Thema...
Fotos von Auvillar, seinen Menschen und der Region gibt es unter der Internetadresse von Christophe Gardner, der im Roman den Internetladen besitzt, aber im wahren Leben noch ein exzellenter Fotograf ist:
http://www.photofrance.fr
Lichtblick: Der Auvillarer Kaligraf Bruno Riboulot schreibt mit Licht. Da in dem Roman der Satz steht „Wir sehen die Vergangenheit nur durch das Licht“ bat ich ihn diesen Satz auch mit Licht zu schreiben.
Wer das Resultat sehen und weitere Arbeiten von Bruno entdecken möchte, dem sei seine Internetseite empfohlen: 
http://www.auvillar.com/art-culture/bruno-riboulot/ 
Weitere Infos zum Themenkomplex Adele Kurzweil gibt es auf der Internetseite von Marie José und Gerhard Schneider-Ballouhey. Dort finden sich u.a. ein genauer Lebenslauf, Fotos von den Koffern und vieles mehr über die Zeit und Hintergründe: http://www.sfa-auvillar.com/pont-de-memoire/kurzweil/D_index.phphttp://www.photofrance.frhttp://www.auvillar.com/art-culture/bruno-riboulot/http://www.auvillar.com/art-culture/bruno-riboulot/http://www.sfa-auvillar.com/pont-de-memoire/kurzweil/D_index.phphttp://www.sfa-auvillar.com/pont-de-memoire/kurzweil/D_index.phphttp://www.sfa-auvillar.com/pont-de-memoire/kurzweil/D_index.phpshapeimage_19_link_0shapeimage_19_link_1shapeimage_19_link_2shapeimage_19_link_3shapeimage_19_link_4shapeimage_19_link_5
Erscheint im Januar 2018 neu 
im Clio-Verlag in überarbeiteter Form